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Podiumsdiskussion 
mit dem Europa-haus Vukovar
 
1. und 2. Februar 2006
in Vukovar



Saal im Hotel "Dunav"


 Tagungsraum

Vukovar Quo vadis Vukovar ? – Zwischen Depression und Aufbruchstimmung
 

Eine symbolträchtige Stadt auf dem Weg in die Zukunft
 

 Der Saal im Hotel „Dunav“ ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist Mittwoch, der 1. Februar 2006, und es ist bitterkalt in Vukovar. Etwa 90 Vukovarer sind an diesem Abend der Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Europahauses Vukovar gefolgt, um mit Prof. Dr. Drago Roksandic von der Universität Zagreb zum Thema "Kroaten und Serben in Mittel- und Südosteuropa – destruktive und kreative Potentiale in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft"  zu diskutieren. Ein heikles Thema – vor dem Hintergrund des noch immer vorhandenen Misstrauens zwischen den verschiedenen in Vukovar lebenden Volksgruppen.

 Szenenwechsel. Der Tagungsraum des Europahauses in Vukovar am Morgen des 2. Februar. VertreterInnen von verschiedenen Jugendinitiativen und DirektorInnen / LehrerInnen verschiedener Schulen in Vukovar beraten mit Frau Dr. Ljiljana Gehrecke, der Leiterin des Europahauses und der FES, wie v.a. die junge Generation den scheinbar unversöhnlichen und noch immer schwelenden Konflikt zwischen Kroaten und Serben auflösen kann.

Europahaus VukovarNur ein wirklich integrativer und partizipativer Ansatz könnte etwas bewegen, darin sind sich alle einig – nur: Eltern und Familien achten offenbar noch immer sehr stark darauf, die Unterschiede anstatt die Gemeinsamkeiten zu betonen. So wachsen die jungen Vukovarer auf in einer Stadt, die in den Köpfen noch immer segmentiert ist, in der es zuerst darauf ankommt zu definieren, dass man nicht zu einer bestimmten Gruppe gehört – und dies reproduziert sich im ansteigenden Maße. Dabei haben alle Gruppen die gleichen Probleme: Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven, zerstörte Infrastruktur, kaum noch Industrieansiedlungen. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie ein Anachronismus, wenn fast alle Kraft darauf verwendet wird, dem Nachbarn das Leben schwer zu machen, anstatt mit gemeinsamen Anstrengungen die einstmals blühende Stadt an der Donau wieder zu altem Glanze aufblühen zu lassen und damit den kommenden Generationen eine echte Lebensperspektive zu bieten.

Das Landesbüro Kroatien der FES wird daher seine Bemühungen in 2006 und den folgenden Jahren noch weiter intensivieren, um gemeinsam mit dem Europahaus Vukovar und allen progressiven Kräften in Vukovar, vor allem aber mit den Jugendlichen, der Stadt und ihren Menschen zu helfen, das Trennende zu überwinden und das Gemeinsame in den Mittelpunkt um die Bemühungen für eine Zukunft in der Europäischen Union zu rücken.

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