Rundtischgespräch am 11. März 2010 in Zagreb

Wer zahlt die Zeche? - Das kroatische Rentensystem am Wendepunkt

In den letzten Monaten konnte man Anzeichen dafür erkennen, dass die Regierung Eingriffe in das Rentensystem plant. Welche das sind, ist der breiten Öffentlichkeit jedoch nicht bekannt.

Demnach war das Ziel der Veranstaltung, die Fakten über das momentane Rentensystem zusammenzutragen, dementsprechend mögliche Reformansätze zu erörtern, und eine öffentliche Diskussion anzuregen.

Ein wichtiger Punkt war die Auseinandersetzung um die Privilegierte Rente. Diese wird momentan von 15% der Rentner (das sind 180.000) bezogen. Die Experten waren sich einig, dass dies eine große Last für die momentane Wirtschaftssituation darstellt, jedoch blieb unklar, ob eine lineare Senkung aller dreizehn Kategorien sinnvoll sei, da nur die Privilegierten Renten von Parlamentsabgeordneten (9.300 Kuna), Mitgliedern der HAZU (8.300 Kuna) und Kriegsveteranen (5.600 Kuna) mit ihren Höhen besonders abweichen. Marijana Baðun vom Intitut für Öffentliche Finanzen sagte, dass die Privilegierten Renten nicht abgeschafft werden könnten, da es sich um bereits erworbenes Recht handele. Man könne nur über eine Neudefinition nachdenken.
 
Ein weiteres Thema war das Renteneintrittsalter. Predrag Bejakoviæ vom Institut für Öffentliche Finanzen forderte, aufgrund der demografischen und finanziellen Situation, die Arbeiter länger im Arbeitsleben zu behalten. Jagoda Milidrag ©mit von der SSSH sagte hingegen, dass die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 für Kroatien nicht sinnvoll wäre, da hier die Arbeitsbedingungen schlechter, und das zu erwartende Lebensalter geringer seien.

Die Rundtischdebatte hat deutlich gezeigt, dass das jetzige Rentensystem in seiner derzeitigen Form nicht mehr lange Bestand haben kann. Es sind gleichzeitig einige sinnvolle Reformansätze aufgezeigt und diskutiert worden. Diese sind notwendig, und als dringendes gesellschaftliches Anliegen zu betrachten, um eine öffentliche Debatte darüber führen zu können.