Plitvice 2009.
Seminar 12. bis 14.11.2009 in Plitvice

Simulation zwischenstaatlicher Verhandlungen in Südosteuropa

Die Veranstaltungsreihe umfasste bisher neben der Simulation bosnisch- kroatischer Verhältnisse bei der o.g. Veranstaltung im November in Plitvice, auch die Simulation der kroatisch-slowenischen Beziehungen im Dezember 2008 in Catez, Slowenien, und die Simulation der kroatisch-serbischen Beziehungen im Mai 2009 in Beli Manastir, an der kroatisch-serbisch-ungarischen Grenze. Die Simulation von Verhandlungen zwischen Kroatien und Montenegro ist für 2010 bereits in Planung.

Zielgruppe sind dabei Studenten der Politik-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften aus der gesamten Region, die mit diesen Simulationen die Gelegenheit erhalten, ihr bisher erworbenes theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Konkret geht es darum, die Teilnehmer der Konferenz zunächst durch Vorträge von Experten und durch Podiumsdiskussionen zur Innen- und Außenpolitik der betreffenden Länder auf ihre Rollen während der Konferenz vorzubereiten und sie dann in die Rolle von Politikern, Diplomaten, aber auch Internationaler Beobachter (z.B. Vertreter von internationalen Organisationen und oder Drittstaaten) für anstehende bilaterale Verhandlungen zu konkret bestehenden Problemen schlüpfen zu lassen.
 
Damit aber nicht genug: die Teilnehmer müssen die politischen Vertreter der jeweiligen Gegenseite spielen, sich also komplett in die argumentativen Bezüge des "Verhandlungsgegners" hineinversetzen und bestmöglich in deren Sinne so argumentieren, dass eine tragbare Lösung zustande kommt. Damit soll neben dem ersten Zweck der Veranstaltung, nämlich der praktischen Übung von Verhandlungen für die Teilnehmer, ein weiterer, auf die Zukunft gerichteter, verfolgt werden:
Durch das Beziehen der Gegenposition sollen die Teilnehmer einer Nation nicht nur die Position der Gegenseite verstehen, sondern auch die Dynamik einer zwischenstaatlichen Problemlage aus mehreren Perspektiven kennen lernen. Die dabei stattfindende Sensibilisierung der Teilnehmer für die Positionen, Probleme und Interessen der Gegenseite, soll letztlich ein Klima der Offenheit und des Entgegenkommens, eine Kultur der Problemlösung durch Verhandlungen und schließlich nachhaltige gutnachbarschaftliche Beziehungen in der Region fördern – schließlich werden viele Teilnehmer in ihren Ländern die künftigen politischen Lenker und Denker sein, die im Rahmen der Konferenzen bereits freundschaftliche Kontakte und Netzwerke über Staatsgrenzen hinweg knüpfen können – genau dies braucht diese Region dringend.